Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Köln - Löschgruppe Esch

Lfd-Nr. 98
Datum 17.03.2008
Beginn 15:00
Ende 02:30
Einsatzstichwort D3
Einsatzort Ineos in Köln Worringen
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Beschreibung Die Feuerwehr Köln ist am 17. März 2008 gegen 15 Uhr alarmiert worden. In dem Chemiebetrieb INEOS ist eine Ethylen- Pipeline in brand geraten und entzündete ein ca. 3.000 Kubikmeter Tank mit Acrylnitril.

Das Feuer löste bei der Feuerwehr Köln - gemessen an den alarmierten Einsatzkräften - den größten Brandeinsatz der Nachkriegsgeschichte aus. Es wurden über 540 Feuerwehrkräfte mit über 120 Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Köln, der Freiwilligen Feuerwehr Köln, div. Hilfsorganisationen, des THW sowie benachbarter Feuerwehren eingesetzt.

Aufgrund des kurzfristig benötigten Einsatzpersonals an der Einsatzstelle standen zunächst mehrere Feuerwachen der Berufsfeuerwehr leer. Diese wurden durch die Freiwillige Feuerwehr sowie Löschzügen benachbarter Städten (z.B. Berg. Gladbach, Leverkusen, etc.) besetzt, welche den Brandschutz sowie den Rettungsdienst aufrechterhielten.

Während sich die Flammen der Pipeline durch abschieben löschen ließen, gestaltete sich der Löschangriff des Tanks ungleich schwerer. Erst gegen 24:00 Uhr konnte die brennende Flüssigkeit im Tank mit einem Spezialschaum abgedeckt und die Flammen somit erstickt werden. Für den gezielten Löschangriff musste eine erweiterte Wasserversorgung vom Rhein aufgebaut werden, welche bis zu 55.000 Liter pro Minute förderte.

Aufgrund der Giftigkeit des in brand geratenen Stoffes leiteten die Einsatzkräfte bereit frühzeitig Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ein. Die Bevölkerung im Kölner Norden (u.a. Worringen, Chorweiler, Blumenberg und Roggendorf) wurden gebeten, vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten. Die Warnmaßnahmen wurden durch Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Köln sowie den lokalen Radiosendern durchgeführt. Zeitgleich wurden durch die ABC- Einheiten permanent Messungen der Umgebungsluft durchgeführt.

Erst am Dienstagabend gegen 20:00 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Dies wurde in den öffentlichen Radiosendern kommuniziert. Zusätzlich fuhren die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Köln durch die betroffenen Bezirke und verkündeten dies über Lautsprecheranlagen.