Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Nach dem Orkan kommt das Hochwasser



VON TOBIAS MORCHNER UND TIM STINAUER


Feuerwehr und Polizei verzeichneten bis Freitagmittag über tausend Einsätze. Donnerstagabend war die Leitstelle der Berufsfeuerwehr zusammengebrochen. Zeitweise gingen bis zu 1400 Notrufe in 15 Minuten ein. Ein Umstand, den der Rechner aus dem Jahr 1978 nicht verkraftet hat. Einsatzleiter Volker Ruster: „Kleine Einsätze mussten wir per Hand in einer Extraliste erfassen.“ In Neubrück stürzte ein Baukran auf die Katholische Grundschule in der Andreas-Hermes-Straße. Das Dach des Neubaus wurde zerstört, das Flachdach des Altbaus war auf den Hof geweht worden. Am Freitag fiel der Unterricht aus. In der Amselstraße in Junkersdorf krachte während einer Kindergeburtstagsfeier eine Zeder in das Wohnzimmerfenster eines Einfamilienhauses. Glas splitterte, drei Kinder wurden mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Auch in der Wasserturmstraße in Westhoven beschädigte eine umgestürzte Pappel ein Mehrfamilienhaus samt Balkonen und vier Garagen schwer. In Rodenkirchen rissen zwei von vier Ankerketten des Partyschiffs „Rhein Roxy“ ab. Die Feuerwehr verhinderte, dass das Schiff sich von der Anlegestelle losriss. Zeitweise drohte auch das Foyerzelt des „Käpt'n Blaubär“-Musicals am Südstadion einzustürzen. 40 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sicherten das Zelt, nachdem sich Erdanker gelöst hatten. Das Theaterzelt mit Bühne und Zuschauerraum blieb unbeschädigt. Die Vorstellungen am Samstag und Sonntag fallen aus. Die Kölner Verkehrs-Betriebe waren bis Freitagmorgen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Umgestürzte Bäume blockierten bis 7 Uhr die Fahrbahnen und Straßenbahn-Gleise auf der Berliner Straße. Berufspendler zwischen Köln und Leverkusen mussten Umwege fahren. Bis 9.30 Uhr fuhr die Linie 7 aus dem Linksrheinischen nur bis Poll, da dort ebenfalls Bäume auf den Schienen lagen. Donnerstagabend hatte es auf nahezu allen Linien Verspätungen gegeben, da Äste und Stämme ins Gleisbett gestürzt waren und Oberleitungen beschädigt hatten.
Taxifahrer konnten die Motoren ihrer Autos vor allem an den Halteplätzen rund um den Bahnhof ab Donnerstagmittag laufen lassen: Eine Tour reihte sich an die nächste. Viele Kunden ließen sich noch Freitagnachmittag nach Düsseldorf fahren, weil dorthin lange keine Züge verkehrten.
Die Hochwasserschutzzentrale der Stadt erwartet als Folge des Orkans am Wochenende einen Pegelstand von mindestens sechs Metern. „Der Pegel könnte sogar die Sieben-Meter-Marke übersteigen“, sagt Leiter Reinhard Vogt. Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft. Die Rheinufer in Porz und in Rodenkirchen werden abgesperrt, ebenso die Parkplätze an der Bastei

(Quelle: KSTA- Online vom 19.01.2007)