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Härtetest für Digitalfunk
Alle Sicherheitsbehörden in NRW sollen künftig über ein neues Digitalfunknetz miteinander verbunden sein. Im Köln/Bonner Gebiet wird das System „auf Herz und Nieren getestet“. Eine logistische Herausforderung für die Polizei.


Claudia Hauser


Polizisten, Einsatzkräfte der Feuerwehr, Zoll- und Justizbeamte sowie Rettungssanitäter – sie alle sollen künftig über ein neues Digitalfunknetz miteinander verbunden sein. In den kommenden sechs Monaten soll das Funknetz „auf Herz und Nieren getestet werden“, wie Innenminister Ralf Jäger am Montag im Polizeipräsidium in Kalk sagte. „Der Härtetest ist der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zum flächendeckenden Digitalfunk in NRW.“ Die Probephase läuft auch in Leverkusen, Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis. Im gesamten Köln/ Bonner Gebiet wurden 38 Basisstationen eingerichtet, 43 Wachen und drei Leitstellen der Polizei sind an das Netz angeschlossen. „Die Umstellung ist eine große logistische Herausforderung“, sagte Jäger. 80?000 Funkgeräte müssen ausgetauscht und 26?000 Fahrzeuge umgerüstet werden. Mehr als 120?000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen und 40?000 Polizisten müssten für die Nutzung des Digitalfunks „fit gemacht werden“.

Bis das Netz eingeführt ist, wird parallel über den analogen Funk kommuniziert. Das Land stellt für Aufbau und Betrieb des Digitalfunks rund 513 Millionen Euro bereit. Vorteil der neuen Funktechnik soll eine deutlich bessere Übertragungsqualität sein. Auch bei Extrembedingungen soll alles klar zu verstehen sein.

„Das Wichtigste ist aber, dass alle über ein Netz miteinander sprechen können, ohne über die jeweiligen Leitstellen gehen zu müssen“, sagte Jäger. „Bei Großeinsätzen kann jeder zielgenau den gewünschten Beamten ansprechen.“ Zudem sei der Funk abhörsicher und die digitalen Geräte seien kleiner und leichter als die alten. Die Nutzer können mit den Geräten auch telefonieren und Kurzmitteilungen verschicken. In Düsseldorf wird der Funk bereits seit Januar getestet. „Das Netz läuft dort stabil, die Nutzer loben vor allem die bessere Übertragung.“ Allerdings gebe es auch Schwierigkeiten, die behoben werden müssten. „Es ist nicht so einfach, das Netz richtig auszujustieren“, so Jäger. Im Sommer 2013 soll das Funknetz in ganz NRW betriebsbereit sein.

(Quelle: KSTA- Online vom 03.04.2012)