Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Schweres Unwetter
Blitze treffen Dom, KVB stundenlang lahmgelegt


ROBERT BAUMANNS, AXEL HILL und DIMITRI SOIBEL


Köln –Vier Blitze schlugen im Tor der Argentinier ein. Doch vor Spielbeginn blitzte es erst mal in Köln – ein Unwetter mit Regen, Hagel und Sturm sorgte für Chaos in der Stadt.

Um 15.13 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein: Blitzeinschlag im Dom. 30 Löschzüge rasten los, stellten sich rund um die Kathedrale auf, Feuerwehrmänner sperrten die Domplatte ab, inspizierten mit Domabumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner den Dom. Entwarnung: kein Feuer. Aber Sturm und Regen hatten einige Holzplatten eingedrückt, die leere Fensterrahmen abdeckten. Es regnete in Strömen in den Dom hinein, die Schäden sind noch nicht absehbar.

Polizei und Ordnungsamt räumten die Fläche vor der Arena in Deutz, das Unwetter trieb die Fans in die Katakomben.

Vom Blitz getroffen auch die KVB. Um 15.30 knallte ein Blitz in einen Baum am Neumarkt. Er brach entzwei, landete auf der Fahrleitung und riss sie ab.

Ab 15.30 Uhr ging auf den Linien 1, 7 und 9 bis in den Abend hinein nichts mehr. Auch die Linien 3, 13 und 18 mussten für Stunden den Dienst quittieren, Blitzeinschlag im Trafo.

Die Feuerwehr meldete 216 Einsätze – abgebrochene Äste, vollgelaufene Keller. Nach einem Blitzeinschlag brannte ein Dachstuhl in Widdersdorf aus. Von all dem bekamen die Fans in der Arena nichts mit – sie feierten lachend die Kracher im Tor der Argentinier…

Polizei und Feuerwehr waren aufgrund herabgefallener Äste, ausgelöster Alarmanlagen und teilweise überfluteter Straßen im Dauereinsatz. Unter anderem fielen mehrere Ampeln durch Blitzeinschläge aus.

Viel Arbeit hatten auch Polizei und Feuerwehr in Bonn und dem benachbarten Rhein-Sieg-Kreis. Nach heftigen Regenfällen waren Kanäle und Bäche den rasch steigenden Wassermassen nicht gewachsen. Etliche Keller wurden überflutet und mussten leer gepumpt werden.

Auch die Eifelregion und der Westen von NRW waren stark betroffen. So ging in Düren Hagel nieder, an einer Messstelle in der Eifel wurden innerhalb kurzer Zeit 27 Liter Regen pro Quadratmeter festgestellt. Es gab zunächst keine Angaben darüber, ob bei dem Unwetter Menschen verletzt wurden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen zogen die Unwetter am frühen Abend über das Ruhrgebiet und das Münsterland ab. In den nächsten Tagen werden die Temperaturen leicht zurückgehen, während es laut DWD spätestens zum kommenden Wochenende wieder heiß werden kann.

(Quelle: Express vom 03.07.2010)