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Feuer zerstört Recyclinghalle



Thorsten Moeck


Insgesamt 170 Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften gegen das Feuer in einer Recyclinghalle der Firma Remondis. Ein heißgelaufenes Lager in den Transportbändern ist bisher die wahrscheinlichste Ursache des Flammeninfernos.


MERKENICH - Auch zehn Stunden nach Einsatzbeginn ziehen immer noch kleine Rauchschwaden aus der Recyclinghalle der Firma Remondis in Merkenich. Auf dem Boden hat sich ein Teppich aus Löschschaum und Wasser ausgebreitet, im Hallendach klaffen riesige Löcher. Die Flammen haben eine Sortieranlage für Altpapier komplett zerstört, ob die Papierpresse noch zu gebrauchen ist, muss sich erst zeigen. Schon jetzt geht das Entsorgungsunternehmen von Schaden in Millionenhöhe aus.

Die Brandmeldeanlage in der Firmenhalle schlägt am Montag um 4.58 Uhr Alarm. Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge wenige Minuten später eintreffen, hat sich das Feuer bereits in der gesamten Halle ausgebreitet. „Das Problem sind die vielen Papierballen, denn überall haben sich die Flammen eingenistet“, sagt Feuerwehrsprecher Torsten Rogmann. In den ersten Einsatzminuten spritzen die Retter 10 000 Liter Wasser pro Minute in die Halle. Währenddessen machen sich weitere Löschzüge auf den Weg nach Merkenich - insgesamt 170 Feuerwehrleute kämpfen später gegen die Flammen.

Noch zwei Stunden nach Ausbruch des Feuers steht eine enorme Rauchsäule über der Halle. Die Schwaden sind so dicht, dass Autofahrer, die auf der nahen Autobahn A 1 unterwegs sind, im Verkehrshinweis vor den Sichtbehinderungen gewarnt werden. Um der Flammen Herr zu werden, legen die Retter zwei ein Kilometer lange Schlauchleitungen von der Emdener Straße zum Unglücksort. Um den Normalbetrieb im Feuerwehralltag abwickeln zu können, werden fünf Wachen im Stadtgebiet durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr besetzt.

Erst am Mittag wird die Zahl der Einsatzkräfte in Merkenich reduziert. Doch noch immer kämpfen die Feuerwehrmänner in der Halle gegen Glutnester. „Wir müssen die ganze Halle auf links drehen“, sagt Rogmann. Durch einen speziellen Schaumzusatz wollen die Retter erreichen, dass das Löschwasser tiefer in die Papierballen eindringt. Auch in der Nacht zu Dienstag kontrolliert die Feuerwehr alle zwei bis drei Stunden die abgebrannte Anlage. Die Kontrollfahrten sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

In der Recyclinghalle wird Papier geschreddert und anschließend in Ballen gepresst. Auch am frühen Montagmorgen läuft die Anlage zunächst wie gewohnt. Als Unglücksursache gilt bislang ein heißgelaufenes Lager in den Transportbändern. Endgültige Gewissheit soll in den nächsten Tagen eine Untersuchung von Experten liefern.

(Quelle: KSTA-Online vom 22.02.2010)