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Kölsch-Fässer fingen Feuer



Tim Stinauer


Der Brand ist gelöscht. In Mülheim war am Morgen im Fasslager der Bergische Löwen-Brauerei ein Großbrand ausgebrochen. Nach ersten Ermittlungen haben Arbeiter den Brand versehentlich bei Schweißarbeiten verursacht.

Mülheim - Um 9.45 Uhr verdunkelte sich der Himmel über Mülheim. Dichter Rauch zog in Richtung Flittard und Stammheim, im Radio warnte die Feuerwehr die Anwohner, Türen und Fenster zu schließen. Auf dem Gelände der Gilden-Brauerei an der Bergisch-Gladbacher Straße standen mehrere hundert leere Bierfässer in Flammen. Einige platzten durch die Hitze, Aluminium- und Kunststoffteile schossen durch die Luft, beschädigten Häuser und 45 geparkte Autos. An einem Wohnhaus zersprangen Fensterscheiben.

Die Feuerwache Mülheim liegt nur 400 Meter von der Brauerei entfernt. „Als die Einsatzkräfte ausrückten, hörten sie es schon knallen und erhöhten sofort auf Alarmstufe 4“, berichtete Feuerwehrchef Stephan Neuhoff. In wenigen Minuten waren 80 Feuerwehrleute und Dutzende Fahrzeuge vor Ort. Die Polizei sperrte die Bergisch Gladbacher Straße zwischen Keupstraße und Herler Ring. „Die Kollegen mussten sehr vorsichtig sein, weil Teile durch die Luft flogen“, sagte Neuhoff. Sie konnten das Feuer rasch löschen. Verletzt wurde niemand.

Nach ersten Ermittlungen war das Feuer bei Schweißarbeiten entfacht worden. Laut Polizei hatte ein 56 Jahre alter Arbeiter mit einem Gasbrenner hantiert, dabei hätten sich Leergutfässer entzündet. „Es sieht im Moment alles danach aus, als handele es sich um einen menschlichen Fehler“, sagte der Sprecher der Gilden-Brauerei Uwe Helmich. 15 000 Leergut-Fässer aus Aluminium und Kunststoff waren auf dem Hof in acht Schichten übereinander gestapelt. „Ich habe den hellen Feuerschein von meinem Fenster aus gesehen“, berichtete eine Anwohnerin. Sie sei gebeten worden, das Haus nicht zu verlassen. „Trotzdem habe ich meinen Ausweis und ein bisschen Kleingeld zusammengesammelt, um im Notfall sofort flüchten zu können“. Doch das war nicht mehr notwendig. Kurz vor elf Uhr waren die Flammen gelöscht. Der Betrieb in der Brauerei, in der auch Bier der Marken Küppers, Sion und Sester produziert wird, war durch den Brand nicht beeinträchtigt, teilte das Unternehmen mit.



(Quelle: KSTA- Online vom 03.03.2009)