Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Ermittlungen nach Explosion in Pesch



P. MECKERT und T. RAUFFMANN


Nur einmal falsch gebohrt – und schon erweist sich Köln mit seinem verzweigten Pipeline-Netzwerk als explosives Pflaster: Eine große Detonation, eine kilometerweit sichtbare Rauchsäule – die Pescher Straße sah aus wie nach einem Bombeneinschlag (EXPRESS berichtete).

Am Freitag ging die Spurensuche um die aufgerissene Sauerstoffleitung weiter. Welche Gefahren lauern da noch im Kölner Untergrund? Hans Herforth, der zuständige Gutachter vom TÜV Rheinland, hielt sich gesten mit Aussagen über Schuldfrage und Auswirkungen der Fehlbohrung bedeckt. Klar ist: Das Amt für Stadtentwässerung hat eine Fremdfirma für die Bohrung (bis 19 Meter tief, ein unterirdischer Kanal soll entstehen) beauftragt. Gegen die Arbeiter wird nun wegen des „Verdachtes der Herbeiführung einer Brandgefahr“ ermittelt.

Klar ist auch: In dem weit Pipeline-Netzwerk kreuz und quer durch Köln hat kaum einer Durchblick. Dieter Donner, Sprecher der Bürgerinitiative „Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“ meint: „Das musste ja mal passieren! Und zum Glück lief alles noch glimpflich ab.“ Und weiter: „Eigentlich sollten Feuerwehr und Bauämter die genauen Lagen der Leitungen haben. Doch auch die sind oft nicht sehr präzise – oder schon veraltet.“

Die zerrissene Sauerstoffleitung, betrieben von der Firma Praxair, verlief von Hürth nach Worringen und versorgt einen Chemiepark im Kölner Norden. Schon zuvor nach dem Unglück im Chemiewerk „Ineos“ forderte die NRW-Landesregierung ein „Pipeline-Kataster“, wo alle Leitungen zentral erfasst werden sollten. Denn das gibt es bisher nicht. Umsetzen soll es das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. „Angedacht war, dieses bis Ende des Jahres fertigzustellen“, so Sprecher Eberhard Jacobs.

(Quelle: Express vom 08.08.2008)