Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Gasleitung bei Bauarbeiten explodiert
Ein Bagger hatte eine Sauerstoffpipeline in Pesch aufgerissen. Es kam zu einer Explosion, bei der zwei Menschen verletzt wurden. Jetzt schaltet sich die Polizei ein, denn eigentlich hätte das bohrende Unternehmen von der Leitung wissen müssen.


SIMON MÜLLER


Chorweiler - Nach der Explosion einer Sauerstoffleitung am Donnerstag in Pesch ermittelt die Polizei nun wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Brandgefahr. Laut Stadtentwässerungsbetriebe, in deren Auftrag die Bohrungen durchgeführt wurden, hätten die Arbeiter eigentlich von der Gasleitung wissen müssen. „Ihnen lagen Pläne vor, in denen die Pipeline eingezeichnet ist. Außerdem steht ein paar Meter neben dem Bohrloch ein Pfahl, der auf die Leitung hinweist“, sagte Jürgen Becker, stellvertretender Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe.

Bei den Arbeiten handelte es sich um die 25. von insgesamt 26 Sondierungsbohrungen, die die Stadtentwässerungsbetriebe derzeit von der Firma durchführen lassen. Im Herbst soll nämlich ein unterirdischer Stauraumkanal gebaut werden, um ein Pumpwerk in Auweiler zu versorgen. Becker: „Wir bohren deshalb bis zu 14 Meter tief, um zu schauen, ob instabile Erdschichten oder ein großer Felsbrocken die Kanalbauten behindern könnten.“ Die beauftragte Firma sei vertraglich dazu verpflichtet gewesen, sich bei den Leitungsbetreibern über den Verlauf von Pipelines zu informieren. Die am Donnerstag aufgerissene Leitung sei zudem ohnehin in dem Bestandsplan verzeichnet gewesen, den die Stadtentwässerungsbetriebe der Firma zur Verfügung gestellt hätten, sagte Becker.

Das zuständige Kriminalkommissariat 13 untersuchte am Freitag gemeinsam mit dem Amt für Arbeitsschutz die Unfallstelle; außerdem hat die Staatsanwaltschaft Köln einen Sachverständigen angefordert.

Die Wucht der Explosion schleuderte Steine gegen Häuser in der Nähe der Unfallstelle. „Beamte haben die Schäden an den Häusern bereits aufgenommen“, sagte Georg Kraushaar von der Kölner Polizei.

(Quelle: KSTA vom 08.08.2008)