Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Orkan über Köln - News Ticker
Bilanz nach einem Tag





Schäden im ganzen Land

[16:16 Uhr]
Einen Tag nachdem "Kyrill" über Nordrhein-Westfalen hinwegfegte, beruhigt sich die Situation langsam wieder. Fünf Menschen kamen im Sturm in NRW ums Leben, hunderte wurden verletzt. Der Sachschaden wurde auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Im Landkreis Siegen-Wittgen sowie in der Stadt Dortmund wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Allerorten sind Helfer noch am Freitag damit beschäftigt, wenigstens die gröbsten Schäden des Sturms zu beseitigen. Doch gerade in den Wäldern bleibt die Situation nach wie vor teilweise lebensgefährlich.

Die Verkehrslage beruhigt sich erst langsam wieder. Die Bahn rechnete nach Angaben eines Sprechers damit, dass einige Strecken erst am Samstag oder gar am Montag (20. bzw. 22.01.07) wieder befahrbar sind. Auch den Luftverkehr wirbelte "Kyrill" durcheinander. Insgesamt fielen an den NRW-Flughäfen 200 Flüge aus - doch die Lage hat sich wieder normalisiert.Auch die Mitarbeiter der Straßenmeistereien befanden sich im Dauereinsatz. Während der Verkehr auf den Autobahnen wieder weitgehend störungsfrei fließt, gibt es auf mehreren Bundes- und Landesstraßen noch Probleme.

Wir beenden hiermit die aktuelle Berichterstattung in diesem Meldung-Ticker. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich weiterhin auf WDR.de, im WDR Fernsehen und im Hörfunk auf dem Laufenden.

Bahn: Hauptstrecken noch immer blockiert

[16:04 Uhr]
Die Bahn-Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Köln sowie etwa die Verbindung Duisburg-Dortmund waren noch am Freitagnachmittag blockiert. Einige Strecken im Sauerland sollten erst Samstag wieder oder sogar Montag erst befahrbar seien. Auf den Strecken Dortmund-Münster, Köln-Aachen-Brüssel sowie Köln-Frankfurt rollten indes wieder Züge.

Die Situation in den Bahnhöfen hatte sich bis zum Nachmittag entspannt. Rund 4.000 Zugreisende hatten in der Nacht an Stationen in NRW festgesessen. Sie übernachteten in Bahnhöfen, Grundschulen oder Jugendherbergen.

Offizielle Bilanz Fünf Tote, darunter zwei Feuerwehrmänner

[16:02 Uhr]
Traurige Bilanz des stärksten Sturms seit vier Jahrzehnten in NRW: Fünf Menschen kamen ums Leben, nach Angaben des Innenministeriums gab es 130 Verletzte. Der Sachschaden wurde auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Im sauerländischen Finnentrop prallte ein 22-Jähriger mit seinem Auto gegen einen umgestürzten Baum, eine Autofahrerin in Lippstadt und ein Motorradfahrer in Essen wurden von Bäumen erschlagen. Zwei Feuerwehrleute verloren bei Sturm-Einsätzen ihr Leben. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Innenminister Ingo Wolf (FDP) sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und hoben die Einsatzbereitschaft der Hilfskräfte hervor.

Musical-Theater in Köln - "Bild der Verwüstung"

[14:46 Uhr]
Im Süden Kölns hat der Orkan Kyrill auch ein Musical-Zelt schwer beschädigt. Zwar konnte die Feuerwehr am Donnerstag verhindern, dass sich die Verankerung löste. Am Freitag habe sich aber "ein Bild der Verwüstung" gezeigt, berichteten die Veranstalter. Seitenteile des Zeltes wurden abgerissen, das Portal war fast vollständig zerstört. Überall lagen zerfetzte Bauteile, Zäune und Planen herum. Die Vorstellungen wurden zunächst für das Wochenende abgesagt.

35.000 Feuerwehr-Einsätze

[14:45 Uhr]
Innenminister Wolf lobte die Einsatzkräfte. "Wie schon bei anderen Umwetterlagen in unserem Land waren die Feuerwehren auch dieser Spitzenbelastung gewachsen." Bis zum Freitagmorgen hatte die Feuerwehr mehr als 35.000 Einsätze, die Polizei 13.500 Einsätze. Damit sei von dem Orkan stärker betroffen als andere Bundesländer, so der Innenminister. Der Sachschaden wird auf knapp 30 Millionen Euro geschätzt.

Rüttgers lobt Helfer

[14:44 Uhr]
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Rüttgers hat den Angehörigen der Opfer des Orkans "Kyrill" sein Mitgefühl ausgesprochen. Während des Unwetters waren in NRW fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Feuerwehrleute. Rüttgers dankte am Freitag den Helfern für ihren Einsatz: "Feuerwehr, Polizei und Hilfskräfte haben Heldenhaftes geleistet." Der Ministerpräsident hob zudem die Besonnenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen hervor. "Sie war vorbildlich. Das zeigt: Unsere Gesellschaft hält zusammen, wenn Not am Mann ist."

Versicherer kündigen höhere Beiträge an

[14:22 Uhr]
Durch die Orkanschäden in NRW kommen auf die Versicherungskonzerne Millionenzahlungen zu. Nach ersten, vorläufigen Schätzungen rechnet allein die LVM Versicherung mit Sitz in Münster mit 20 Millionen Euro. Angesichts zuletzt zeitlich kürzerer Abstände zwischen heftigen Stürmen und den damit verbundenen Zahlungen für Schäden sei mit höheren Beiträgen zu rechnen, sagte ein LVM-Sprecher.

Auch der Kölner Versicherungskonzern Gerling sieht sich durch die Orkanschäden schwer betroffen. Es seien bereits sehr viele Schadensmeldungen eingegangen, das Telefon stehe nicht still. Es sei aber noch zu früh, konkrete Zahlen zu nennen, hieß es weiter.

"Mittleres Hochwasser" an der Ruhr

[14:19 Uhr]
Die mit dem Orkan "Kyrill" über NRW hinweg ziehenden Niederschläge haben in den Flüssen Ruhr, Lenne und Volme zu erhöhten Pegeln geführt. Wie ein Sprecher des Ruhrverbands mitteilte, stieg der Ruhrpegel in Hattingen bis zum Mittag auf 5,57 Meter. Das entspreche einem "mittleren Hochwasser". Mit einem weiteren Anstieg sei derzeit aber nicht zu rechnen, da im Laufe des Freitags die Abflussmenge im oberen Bereich der Ruhr zurückging. Allerdings habe zum Beispiel das Hochwasser der Lenne zu Überflutungen ufernaher Bereiche in Altena oder Werdohl geführt.

Auch im Nationalpark Eifel starke Schäden

[13:32 Uhr]
Die vollständigen Auswirkungen des Sturmes für den Nationalpark Eifel konnte Gerd Ahnert, Dezernatsleiter für Waldentwicklung im Nationalparkforstamt Eifel, am Freitag noch nicht beziffern, zu viele Landstraßen und Waldwege seien noch durch umgefallene Bäume versperrt. Eines sei aber sicher: "Im Norden des Nationalparks hat Kyrill dem Großschutzgebiet über Nacht eine ordentliche Portion Wildnis beschert."

Waldspaziergänge weiterhin gefährlich

[13:27 Uhr]
Nach den durch das Orkantief "Kyrill" verursachten Verwüstungen in Nordrhein-Westfalen bleibt das Spazieren im Wald weiterhin gefährlich. "Wer im Wald joggt oder mit seinem Hund spazieren geht, sollte sich in der nächsten Zeit eine andere Strecke aussuchen", sagte Sprecherin des NRW-Umweltministeriums. Die Gefahr sei derzeit zu groß, dass durch herunterfallende Äste oder umstürzende Bäume Waldspaziergänger verletzt werden könnten. Mitarbeiter der Forstverwaltung wollten noch am Freitag über die Waldgebiete in NRW fliegen, um sich ein Bild von dem Ausmaß der Zerstörungen im Zuge der Stürme zu machen. Wann die Wälder wieder gefahrlos betreten werden könnten, sei derzeit unklar.

Wasserwege frei

[13:27 Uhr]
Die Binnenschifffahrt auf den westdeutschen Kanälen und am Niederrhein ist vom Orkan "Kyrill" kaum beeinträchtigt worden. Im Gegensatz zu den schweren Verkehrsbehinderungen auf Straßen und Schienen hätten die Schiffe auf den Wasserwegen fast ohne Störung fahren können, teilte die Wasser- und Schifffahrtsdirektion West am Freitag in Münster mit. Lediglich im Bereich Düsseldorf habe der Rhein am Donnerstagabend einige Stunden lang für die Schifffahrt gesperrt werden müssen, weil Gerüstteile einer Autobahnbrücke hinabzustürzen drohten.

Chaotische Zustände in Wäldern

[12:48 Uhr]
Die Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis melden 700 Einsätze, um umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und andere Schäden abzuarbeiten. Die Zahl der Einsätze wird sich Freitag noch erhöhen, weil jetzt bei Tageslicht erst das ganze Ausmaß der Sturmschäden sichtbar wird.

Auch im Bergischen Land und im Siegerland sind schwere Forstschäden zu verzeichnen. Etwa in Oeldorf, Gemeinde Kürten, Rheinisch-Bergischer Kreis. Dort wurde beim Sturm eine Telefonleitung von umstürzenden Bäumen getroffen und beschädigt. Der Strom fiel über mehrere Stunden aus, Handyempfang dann auch.

Galopprennen in Dortmund abgesagt

[12:46 Uhr]
Der für Samstag angesetzte Renntag auf der Galopprennbahn in Dortmund ist wegen Sturmschäden abgesagt worden. Wie die Veranstalter am Freitag mitteilten, verursachte der Orkan "Kyrill" massive Schäden an Gebäuden und im Stallbereich. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Die Rennen in Neuss am Sonntag finden hingegen wie geplant statt.

Ansturm auf Baumärkte erwartet

[12:45 Uhr]
Die Baumärkte rechnen nach den Schäden durch das Orkantief "Kyrill" mit einem regelrechten Ansturm der Kunden in den nächsten Tagen. Es sei mit einem erhöhten Bedarf an Motorsägen, Bohrmaschinen sowie Baumaterialien aller Art zu rechnen. Das sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB), John W. Herbert, am Freitag in Köln. Es sei zu erwarten, dass die Verbraucher einfachere Schäden am Haus oder im Garten selbst beheben wollten und dazu "als erstes in die Baumärkte laufen".

Kein Unterricht in Siegen-Wittgenstein

[12:44 Uhr]
Orkan "Kyrill" hat im Kreis Siegen-Wittgenstein für schulfrei gesorgt. Der Unterricht sei dort an allen Schulen komplett ausgefallen, berichtete am Freitag ein Sprecher des Schulministeriums in Düsseldorf. In der waldreichen Region hatte der Landrat am Donnerstag (18.01.07) den Katastrophenfall ausgerufen. Aus Sicherheitsgründen blieben auch in Hagen zahlreiche Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen. In den anderen Städten und Gemeinden habe der Unterricht in der Regel stattgefunden. Am Freitag wurden an den meisten Schulen die Halbjahres-Zeugnisse verteilt.

Der Sturm habe an einigen Schulen Schäden verursacht, sagte der Sprecher weiter. In Burgsteinfurt (Kreis Steinfurt) hoben starke Böen das gesamte Dach mit Dachstuhl der Bismarckschule ab. Der Dachstuhl flog auf gegenüberliegende Häuser, die ebenfalls beschädigt wurden. Der Unterricht fiel aus.

WDR-Wetterstudio: Das Samstags-Wetter

[12:43 Uhr]
Ein atlantisches Sturmtief nach dem anderen sorgt in Deutschland für unbeständiges Wetter. Tief "Lancelot" erreicht am Samstagnachmittag Deutschland. In Folge gelangt zunehmend kühlere Luft aus Norden zu uns und die Schneefallgrenze sinkt bis in Mittelgebirgslagen. Ob sich damit nun endgültig winterliches Wetter durchsetzt, zeigt sich in den nächsten Tagen.

Baum trifft Feuerwehrauto

[12:11 Uhr]
Glück im Unglück hatten zwei junge freiwillige Feuerwehrleute am Donnerstagabend: In Steinheim im Kreis Höxter stürzte gegen 18.30 Uhr eine Linde auf das Fahrerhaus ihres Einsatzwagens. Die beiden mussten zum Glück nur mit leichten Verletztungen ins Krankenhaus.

Geringe Schäden in den meisten Zoos

[11:54 Uhr]
Das Orkantief "Kyrill" hat auch einigen Tierparks in Nordrhein-Westfalen zu schaffen gemacht. Größere Schäden hatte allerdings keiner der Tierparks zu verzeichnen. Lediglich der Krefelder Zoo stellte nach dem heftigen Sturm massive Schäden fest. 15 Bäume waren dort umgestürzt. Dabei wurde auch der Zaun des Geparden-Geheges zerstört. Die Raubkatzen konnten sich aber nicht im Park verteilen, sagte Zoo-Sprecherin Petra Schwinn am Freitag. Anders die Muntjaks: Die kleinen Hirsche hatten die Chance genutzt und sich über mehrere Stunden im Zoo auf eigene Faust umgesehen.

Straßensperrungen im Oberbergischen

[11:49 Uhr]
Nach dem Durchzug des Orkans "Kyrill" dauern die Aufräumarbeiten auf den Straßen Nordrhein-Westfalens an. "Rund 2000 Straßenwärter sind immer noch im Dauereinsatz", sagte der Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau NRW, Bernd Löchter, in Gelsenkirchen. Zwei Beschäftigte der Straßenmeisterei Lüdenscheid seien verletzt worden, einer davon schwer. Nach zahlreichen Sperrungen laufe auf den Autobahnen inzwischen alles wieder. Probleme gebe es noch im Oberbergischen. "Dort sind noch mehr als 30 Bundes- und Landesstraßen gesperrt", so Löchter. Die Aufräumarbeiten würden dort teilweise bis Samstagmorgen dauern.

"Super-GAU" in Kölner Museum

[11:48 Uhr]
Die Sturmschäden im Römisch-Germanischen Museum in Köln sind nach den Worten von Museumsdirektor Prof. Hansgerd Hellenkemper ein "Super-Gau". Durch den Sturm hätten sich Holzbohlen zur Abdeckung eines Brunnens auf der Domplatte gelöst, sagte Hellenkemper. Die Bohlen seien "mit ungeheurer Wucht" durch die Museumsfenster geschlagen und auf das weltberühmte Dionysos-Mosaik aus der Römerzeit gestürzt.

Bahn-Bilanz: 4.000 saßen fest

[11:45 Uhr]
Rund 4.000 Zugreisende sind wegen des Orkans "Kyrill" in Nordrhein-Westfalen gestrandet und haben die Nacht in Bahnhöfen, Grundschulen oder Jugendherbergen verbracht. Wie ein Sprecher der Bahn in Düsseldorf mitteilte, wurden allein in Aachen 600 Passagiere aus Belgien betreut, 300 von ihnen konnten nicht weiterreisen. In Gelsenkirchen stand ein ICE still, die rund 150 Passagiere wurden in einer Grundschule untergebracht. Die Essener Bahnhofsmitarbeiter versorgten in der Nacht rund 120 Reisende. 20 von ihnen versuchten, in einem extra bereitgestellten Zug ein wenig Schlaf zu bekommen. In Köln und Düsseldorf kümmerten sich die Bahnhofsmitarbeiter und Helfer des DRK ebenfalls um ein paar hundert Menschen.

RWE: Kaum noch Probleme bei Stromversorgung

[11:34 Uhr]
Deutschlands größter Stromnetzbetreiber RWE hat in der Nacht auf Freitag (19.01.07) zahlreiche orkanbedingte Stromausfälle in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bayern verzeichnet. Die Schäden seien jedoch mittlerweile weitgehend behoben, sagte ein Sprecher der Vertriebsgesellschaft RWE Energy in Dortmund.

Spitzenböen des Orkans Kyrill in NRW

[10:05 Uhr]
Das Orkantief Kyrill hat in NRW große Schäden angerichtet. Sein Sturm- und Orkanfeld hat NRW inzwischen verlassen. Heute sind nur noch starke bis stürmische Böen von 50 bis 60 km/h zu erwarten, die damit deutlich schwächer sind als gestern.

Spitzenwerte in NRW (Angaben in km/h)

Duesseldorf 144
Kahler Asten 137
Froendenberg 131
Oerlinghausen 131
Unna 131
Winterberg (Hochsauerland) 131
Koeln/Bonn-Flughafen 130

Polizei im Märkischen Kreis nimmt Schäden auf

[10:04 Uhr]
Die Polizei im Märkischen Kreis hat seit Donnerstag (18.01.07) rund 550 Einsätze gehabt. "Und es geht noch weiter", sagt ein Sprecher der Polizei. Jetzt müssten die Schäden aufgenommen werden, weil zum Beispiel Dachziegel oder Bäume Autos beschädigt hätten, so die Polizei. Gleichzeitig laufen die Aufräumarbeiten, die sich noch über mehrere Stunden hinziehen.

Kölner Feuerwehr zieht Bilanz

[09:56 Uhr]
Mit knapp 800 Einsätzen hat die Feuerwehr eine vorläufige Bilanz gezogen. Absoluter Höhepunkt war um 19 Uhr - zu dieser Zeit gingen innerhalb einer Viertel Stunde 1.400 Anrufe in der Kölner Leitstelle ein. Im telefonischen Erstkontakt wurde versucht, nach Dringlichkeit zu kategorisieren. Dann fuhr eines von mehreren Sichtungs-Teams los und entschied vor Ort, mit welcher Prioriät die Situation zu behandeln war: "Sturm 1" bedeutete geringer Schaden, "Sturm 2" bezog sich auf Fälle wie lose Dachziegel oder umgestürzte Bäume und bei "Sturm 3" waren Menschen in Gefahr".

Bis in die frühen Morgenstunden waren 982 Einsatzkräfte für die Feuerwehr in Köln im Einsatz, darunter 70 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sowie ein technischer Zug der Kölner Polizei. Derzeit ist die Feuerwehr vor allem mit kleineren Aufräumarbeiten beschäftigt.

Mit Anbruch der Helligkeit erwartet man aber einen Anstieg der Einsätze, weil dann vielerorts erst das Ausmaß der Schäden deutlich wird.

Bilanz der Einsätze im Ruhrgebiet

[09:48 Uhr]
Bochum:
Die Polizei in Bochum hat bis zur Stunde 637 "witterungsbedingte Einsätze" in Bochum, Herne und Witten gezählt. Sie meldet 5 Verletzte und einen Sachschaden von rund 525.000 Euro.

Essen:
In Essen starb ein Motorradfahrer, als er von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Ein fünfjähriger Junge wurde von einem Metallteil schwer am Kopf verletzt, er liegt mit einem Schädelbruch im Krankenhaus.

Oberhausen:
Die Oberhausener Polizei war in der Nacht etwa 100 mal im Einsatz.

Recklinghausen:
In den Städten des Kreises Recklinghausen musste die Polizei 440 mal ausrücken. Sie meldet zwei Schwerverletzte und fünf leicht Verletzte. Den Sachschaden schätzen die Beamten auf mehrere hunderttausend Euro.

Gelsenkirchen:
Seit gestern Mittag fuhr die Gelsenkirchener Polizei 334 Einsätze, die Hälfte ist direkt auf das Sturmtief zurückzuführen. Alle verfügbaren Beamten waren im Einsatz. Sie unterstützten die Feuerwehr, sperrten unpassierbare Straßen und brachten 150 Fahrgäste des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs für die Nacht in eine Schule. Die Passagiere werden heute morgen zum Essener Hauptbahnhof gefahren. In Gelsenkrichen wurden vier Personen wurden verletzt. Ein besonders Problem bereiteten Anrufer, die einen Brand in der Chemieanlage VEBA fürchteten. Dort wurde allerdings nur überschüssiges Gas abgefackelt.

Ankerketten gerissen - Kölner Party-Schiff in Gefahr

[09:00 Uhr]
Orkantief "Kyrill" hat in Köln auch nicht vor einem Party-Schiff Halt gemacht. Wie die Feuerwehr am Freitag berichtete, waren zwei Ankerketten der "Rhein Roxi" gerissen und hatten dazu geführt, dass das Schiff seine Lage stark veränderte und drohte, sich von der Anlegestelle zu lösen. Feuerwehr und der Schiffs-Eigner sicherten den Kahn.

Mit Gutscheinen und Schlafplätzen für Reisende

[08:39 Uhr]
Mit Gutscheinen und Schlafplätzen hat die Deutsche Bahn gestrandete Zugreisende an den Bahnhöfen versorgt. Am Kölner Hauptbahnhof verteilten Mitarbeiter der Bahn hunderte Taxi-Gutscheine, berichtete ein Sprecher am Freitag. In Aachen wurden Reisende in einer Jugendherberge, in Münster in einem alten Bunker, der zuletzt bei der Schnee-Katastrophe als Notunterkunft diente, untergebracht. In Dortmund bot ein Schlafwagen Passagieren eine warmes Plätzchen. Mancherorts gab es auch Getränke und Butterbrote.

[08:27 Uhr] 637 "witterungsbedingte Einsätze" hat die Polizei in Bochum bis jetzt gezählt. Fünf Menschen wurden verletzt, es gab einen Sachschaden von 525.000 Euro. Die Oberhausener Kollegen waren etwa 100 mal im Einsatz, in den Städten des Kreises Recklinghausen musste die Polizei 440 Mal ausrücken; sie vermeldet zwei Schwerverletzte. In Gelsenkirchen waren alle verfügbaren Beamte im Einsatz. Sie sperrten unpassierbare Straßen und brachte 150 Fahrgäste des Gelsenkirchner Hauptbahnhofs für die Nacht in eine Schule, ehe diese am Morgen zum Essener Hauptbahnhof gefuhren wurden. Ein besonderes Problem waren Anrufer, die einen Brand in der Chemieanlage VEBA befürchteten. Die Polizei konnte sie beruhigen: Dort wurde nur überschüssiges Gas abgefackelt.

[08:20 Uhr] Die Kölner Polizei hatte einen relativ ruhigen Abend: Lediglich auf der A 4 gab es zwischen Gummersbach und Reichshof große Probleme, weil Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren. Der Autobahnabschnitt musste zwischen 19 und 4 Uhr komplett gesperrt werden. Außerdem wurde ein Polizist leicht verletzt, als er von einem umher fliegenden Blechteil getroffen wurde.

[08:18 Uhr] Die B 51 von Leverkusen in Richtung Köln ist noch gesperrt. Wahrscheinlich werden sich Aufräumarbeiten bis 10 Uhr hinziehen.

Mindestens 20 Millionen Euro Schaden

[06:59 Uhr]
Nach dem Abflauen des Orkans hat das Innenministerium am Morgen eine erste Schadensbilanz gezogen. Demnach soll durch das Unwetter in Nordrhein-Westfalen einen geschätzten Sachschaden von 20 Millionen Euro entstanden sein.

Erste Bilanz am Morgen danach

[05:34 Uhr]
"Kyrill" hat bis Freitagmorgen in Nordrhein-Westfalen vier Todesopfer gefordert, 126 Menschen wurden verletzt, 4 von ihnen schwer.

Rettungskräfte waren im Dauereinsatz, allein die Polizei musste laut Innenministerium bis Freitagmorgen 3.00 Uhr zu über 13 000 Einsätzen ausrücken. Die Sturmschäden werden auf rund 29 Millionen Euro geschätzt. Vielerorts kam es auch zu Stromausfällen.

Landesweit mussten zahlreiche vollgelaufene Straßen und Keller leergepumpt werden. Umgestürzte Bäume und herabgestürzte Dachziegel beschädigten Häuser und Autos. Zahlreiche Straßen waren blockiert. Einsatzkräfte brachten zudem Bauzäune, Straßenschilder und Plakatwände in Sicherheit.

Die Deutsche Bahn hat auf einigen Nahverkehrsstrecken in NRW ihren Betrieb gegen 05:30 Uhr wieder aufgenommen. Auch vereinzelte Fernstrecken werden wieder befahren. Am Abend hatte die Bahn ihren Betrieb komplette eingestellt und an Bahnhöfen Fahrgäste aufgefordert, die Züge zu verlassen. Dadurch saßen Tausende Reisende und Pendler fest.

An Nordrhein-Westfalens größtem Flughafen in Düsseldorf wurden nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag 110 Flüge gestrichen.

Einige Bahnstrecken wieder offen

[05:25 Uhr]
In NRW hat die Bahn auf einigen Nahverkehrsstrecken den Betrieb wieder aufgenommen. Wie ein Bahnsprecher bestätigte, sollen auch einige Fernzüge auf den Strecke Köln - Frankfurt/München wieder fahren. Die wichtige Achse Köln - Dortmund sei aber noch nicht befahrbar. Die Situation im Nahverkehr sei auch von Region zu Region verschieden. Im Rheinland seinen beinahe alle S-Bahnen wieder im Einsatz. Im Münsterland und im Siegener Land dagegen stünden die meisten Linien noch still.

Einen geregelten Fahrplan erwarten die Bahnexperten erst für den morgigen Tag.

Schlafen im Bahnhof

[04:50 Uhr]
Einige der in Köln gestrandeten Fahrgäste der Bahn haben sich in den Wartesälen für die Nacht eingerichtet. Mehr oder weniger bequem haben die Reisenden ihre Zwangspause gestaltet. Auf zusammengeschobenen Sesseln oder direkt auf dem Boden war es mehr Dösen als Schlafen, denn sie wollten den Zeitpunkt nicht verschlafen zu dem die Bahnen wieder anfahren wollten.

34-jähriger Motorradfahrer vom Baum erschlagen

[03:23 Uhr]
Ein 34-jähriger Motorradfahrer ist am späten Donnerstagabend in Essen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, fanden Einsatzkräfte den Mann auf der Straße unter einem Baum liegend. Zunächst war der Motorradfahrer noch ansprechbar. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz vor Mitternacht starb.

Vier verletzte Feuerwehrmänner bei Aufräumarbeiten

[03:06 Uhr]
Vier Männer der Freiwilligen Feuerwehr sind am Donnerstagabend in Oer-Erkenschwick (Kreis Recklinghausen) zum Teil schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei waren die Männer bei Säge- und Aufräumarbeiten, als ein Baum auf sie stürzte. Zwei Feuerwehrleute wurden dabei schwer verletzt. Die anderen zwei Männer erlitten leichte Verletzungen.



18. Januar 2007

Schäden am "Dionysos-Mosaik" in Köln

[23:51 Uhr]
Das Römisch Germanische Museum in Köln ist durch den Orkan "Kyrill" erheblich beschädigt worden. Nach Angaben einer Sprecherin durchschlug eine umherfliegende Holzabdeckung eines benachbarten Brunnens drei große Fenster des Museums. Die massiven Holzteile fielen mit den Glasscheiben auf das darunterliegende weltberühmte römische "Dionysos-Mosaik". Restauratoren des Museums sollten am Freitag die Glasscherben entfernen und das Mosaik auf mögliche Schäden untersuchen.

Kreis Olpe: Nur noch wenige Straßen passierbar

[22:21 Uhr]
"Wir sammeln im Moment die Straßen, die offen sind", erklärt ein Sprecher der Kreispolizeibehörde in Olpe. Ein Großteil der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in der Region sind gesperrt oder unpassierbar, so die Polizei.

Krachen im Wald

[22:19 Uhr]
Gespenstisch mutet der Sturm im Bergischen Land an – an vielen Orten kracht es aus den Wäldern, viele Straßen sind mit Ästen und ganzen Bäumen übersät. Feuerwehrleute sind überall damit beschäftigt, die Straßen zu räumen.

Zaun eines Bärengeheges beschädigt

[21:41 Uhr]
Der Sturm hat die Umzäunung eines Bärengeheges in Isselburg-Anholt (Kreis Borken) beschädigt. Der Eigentümer passe mit einem Betäubungsgewehr auf, dass sich die Tiere nicht aus dem Gehege entfernen, sagte ein Polizist in Borken am Donnerstagabend. Wegen des Sturms sei es für die Feuerwehr zu gefährlich, den Zaun zu reparieren.

Züge sollen ab 4.00 Uhr wieder fahren

[20:37 Uhr]
Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen (19.01.07) wieder aufgenommen wird. Die Züge sollen in der Nacht bei Bedarf repariert und leer in die Garage gefahren werden, sagte Pressesprecher Karl-Josef Bales. Gegen 4 Uhr soll der reguläre Zugbetrieb starten. Auf beschädigten Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen. Dort, wo Oberleitungen provisorisch repariert seien, müssten die Züge langsam fahren. "Aber ich denke, lieber ein wenig zu spät kommen, als gar nicht", sagte Bales.

Feuerwehrmann bei Einsatz getötet

[20:35 Uhr]
Bei einem sturmbedingten Einsatz ist in Tönisvorst (Kreis Viersen) ein 39-jähriger Feuerwehrmann tödlich verunglückt. Ein Sprecher der Feuerwehr machte zunächst keine Angaben darüber, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Kollegen des Mannes werden derzeit psychologisch betreut.

Katastophenalarm in Siegen-Wittgenstein

[20:34 Uhr]
Wegen des Orkantiefs ist für den Kreis Siegen-Wittgenstein der Katastrophenfall ausgerufen worden. Polizei und Feuerwehr seien bis zum Abend zu mindestens 700 Einsätzen gerufen worden, sagte ein Sprecher des Landrats Paul Breuer (CDU), der für die Maßnahme verantwortlich ist. Die Schulen im Kreis sollen am Freitag geschlossen bleiben.

A 45 gesperrt

[20:33 Uhr]
Die Sauerlandlinie A 45 ist wegen umgestürzter Bäume und auf der Seite liegender Lastwagen zwischen Hagen-Süd und Siegen gesperrt. Nach Auskunft des zuständigen Polizeipräsidiums Dortmund ist unklar, wie weit sich der Verkehr staut. "Wir können die Kollegen vor Ort nicht erreichen", sagte ein Sprecher.

Nach dem Sturm droht das Hochwasser

[20:21 Uhr]
Heftige Regenfälle im Gefolge des Orkans haben am Donnerstagabend die Flüsse im Ruhrgebiet stark anschwellen lassen. Der Pegelstand der unteren Ruhr stieg innerhalb von vier Stunden um gut einen Meter. Gegen 20 Uhr erreichte der Wasserstand die Fünf-Meter-Marke. Hydrologe Uwe Jansen vom Hochwasserwarndienst in Hagen erwartete, dass die untere Ruhr auch weiterhin ansteigt. In Altena an der Lenne sei die Lenneuferstraße überflutet und deshalb gesperrt, eine kleiner Tunnel sogar komplett voll gelaufen. Zudem würden Barrieren hochgefahren, um die Altstadt zu schützen. Jansen warnte vor einem Aufenthalt in Gewässernähe. Dies sei wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeiten bei weich gewordenen Uferkanten extrem gefährlich. Auch gute Schwimmer seien gefährdet.

Hohe Windgeschwindigkeiten

[20:00 Uhr]
Bisheriger Spitzenreiter bei der Windstärke in NRW war der Kahle Asten mit 130 Kilometern pro Stunde, Oerlinghausen mit 128 sowie Gronau und Winterberg mit jeweils 122 Kilometern pro Stunde. Damit wurde an diesen Stationen Windstärke 12 gemessen, an vielen anderen Stationen im Land bläst es bereits mit Windstärke 11. Das berichtet das WDR-Wetterstudio.

Erstes Todesopfer in NRW

[19:40 Uhr]
Der Orkan hat in Nordrhein-Westfalen das erstes Todesopfer gefordert. Ein umstürzender Baum hat am Donnerstagabend in Lippstadt den Wagen einer 23-Jährigen getroffen und die Frau getötet. Die Autofahrerin hatte auf der Bundesstraße 55 drehen wollen, weil ein umgestürzter Baum die Straße versperrte. Dann wurde der Wagen von einer etwa 15 Meter hohen umstürzenden Birke getroffen. Die Frau wurde eingeklemmt und starb an ihren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Einige S-Bahnen fahren wieder

[19:32 Uhr]
Nachdem der Bahnverkehr in NRW für rund eine Stunde komplett still lag, fahren jetzt zumindest wieder einige S-Bahnen. Ein Bahnsprecher sagte, dass nach "individueller Prüfung einzelne S-Bahnen auf die Reise geschickt" würden. An den Hauptbahnhöfen in Düsseldorf und Köln wurden die Fahrgäste über Lautsprecher darüber informiert. Der Fernverkehr blieb wegen zahlreicher Hindernisse auf den Strecken weiter eingestellt. Die Reisenden sollen versorgt und bis zur Weiterreise untergebracht werden.

Sturmschäden in Köln

[19:14 Uhr]
In Köln hat die Feuerwehr das Gelände rund um den Sitz einer großen Versicherung abgesperrt. Hier hatten sich Fassadenteile gelöst, ganze Fenster drohten auf die Straße zu stürzen.

Dauereinsatz im Bergischen

[19:12 Uhr]
"Alle Einsatzkräfte im Einsatz", melden die Feuerwehren des Bergischen Landes. In Remscheid, Solingen und Wuppertal sind am frühen Abend mehr als 300 Beamte ausgerückt. Sie müssen mehrere hundert sturmbedingte Behinderungen beseitigen. Meist Äste oder Bäume, die Straßen und Wege blockieren. Menschen sind im Bergischen Land durch den Sturm nicht zu Schaden gekommen.

Scherben und Stromausfall in Remscheid

[19:12 Uhr]
Der Chef der Remscheider Feuerwehr, Guido Eul-Jordan, appelliert an alle Bürger, am Abend nicht mehr auf die Straße zu gehen. Die Gefahr durch umherfliegende Gegenstände und herunterfallende Dachziegel sei zu groß. Einige Straßen der Stadt seinen bereits übersäht mit Scherben, so der Leiter der Feuerwehr. In einzelnen Straßenzügen Remscheids soll zudem der Strom ausgefallen sein.

Polizei im Dauereinsatz

[18:22 Uhr]
Rund 1.500 mal musste die Polizei in Nordrhein-Westfalen bis zum Donnerstagabend wegen des Sturmes ausrücken. Zehn Menschen seien durch wetterbedingte Verkehrsunfälle oder umherfliegende Teile leicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Düsseldorf.

Leere Geschäfte

[18:12 Uhr]
In Iserlohn im besonders sturmgefährdeten Märkischen Kreis blieb die Lage bis zum Nachmittag relativ ruhig. Ungewöhnlich dagegen ist das Bild in der Iserlohner Innenstadt. Der Wind fegt durch die menschenleere Fußgängerzone. "Das habe ich noch nicht erlebt", sagt der Mitarbeiter in einem Mobilfunkladen. Nicht ein Kunde im Geschäft. Nebenan beim Optiker stehen drei Frauen hinter der Kasse. Auch hier ist nichts los. "Wir zählen die Leute, die hier durch die Fußgängerzone laufen", sagt eine von ihnen. Und so sieht es in allen Geschäften aus.

Bahn stellt Betrieb ein

[17:53 Uhr]
Die Deutsche Bahn hat ihren Betrieb in NRW bis auf weiteres eingestellt. Fahrgäste würden an den Bahnhöfen aufgefordert, die Züge zu verlassen, teilte ein Bahnsprecher in Düsseldorf mit. Wann der reguläre Bahnbetrieb wieder aufgenommen wird, ist unklar. "Erst wenn sich die Wetterlage beruhigt hat, werden die Züge wieder rollen", sagte der Sprecher.

80-Jähriger verletzt sich beim Einfangen des Hutes

[17:48 Uhr]
Ein 80-jähriger Mann hat sich in Bonn beim Versuch, seinen vom Sturm weggefegten Hut wieder einzufangen, eine Platzwunde am Kopf zugezogen. Der Mann rannte bei einer Straßenbahn- Haltestelle in der Innenstadt reflexartig seinem Hut hinterher, stolperte und stürzte auf die Gleise, wie ein Polizeisprecher berichtete. Der Mann habe noch Glück im Unglück gehabt: Eine heranfahrende Bahn habe gerade noch rechtzeitig bremsen können. Der Fahrer erlitt einen Schock.

Erste Bahnstrecken betroffen

[15:58 Uhr]
Der Sturm hat zu Behinderungen im Bahnverkehr geführt. Betroffen seien Nebenstrecken in den ländlichen Gebieten vor allem im Niederrhein und im Münsterland, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Teilweise seien Züge in die umgekippten Bäume gefahren. Niemand sei verletzt worden. Die Fahrgäste blieben im Zug, bis die Strecke geräumt sei. Auf verschiedenen Strecken würden auch Ersatzbusse eingesetzt.

Einsatzkräfte im Dauereinatz

[15:15 Uhr]
Weite Teile von Nordrhein-Westfalen Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern hinweg gefegt. Polizei und Feuerwehr mussten zu Dutzenden Einsätzen ausrücken und entwurzelte Bäume und herabgefallene Dachziegel beseitigen. Bislang bieb es bei Sachschäden, verletzt wurde niemand.

Dortmunder Florian bleibt geöffnet

[14:43 Uhr]
Dem Sturm zum Trotz hat das Restaurant im 209 Meter hohen Dortmunder Florianturm geöffnet. Zwei Stunden später hatte nach Angaben einer Angestellten jedoch noch kein Gast den Weg in das in gut 137 Meter Höhe gelegene, wegen des Sturms schwankende Drehrestaurant gefunden. "Man gewöhnt sich an das Schwanken. Es ist ja nicht der erste Sturm", sagte die Kellnerin. Unterdessen schloss die Stadt Dortmund den Zoo, den Westfalenpark, alle städtischen Schwimmbäder sowie die Sportanlagen und Sporthallen.

Orkanböen erreichen NRW

[13:41 Uhr]
"Kyrill" erreicht NRW. Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von zunächst bis zu 100 Stundenkilometern fegten über weite Teile des Landes hinweg, der Höhepunkt des Sturms mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern wird zwischen 16.00 und 23.00 Uhr erwartet. Begleitet werden die Orkanböen von heftigen Regenfällen.

Bisher keine Auswirkungen auf Flugverkehr

[12:37 Uhr]
Der angekündigte Sturm hat bis zum Mittag noch keine Auswirkungen auf die großen Flughäfen in NRW: Wed der Köln-Bonner noch Düsseldorf verzeichneten Ausfälle. "Meine Empfehlung an die Reisenden ist die, bitte vor der Abfahrt zum Flughafen bei der jeweiligen Fluggesellschaft nachzufragen", sagte Flughafensprecher Walter Römer in Köln.

Aachen: Sturmfrei für Schüler

[11:30 Uhr]
Wegen des drohenden Sturms entschied das Schulministerium in Düsseldorf, dass Schulleiter selbst entscheiden konnten, ob der Unterricht wegen des Sturms vorzeitig enden sollte. Wie Dieter Spillner, Rektor des Aachener Einhard-Gymnasiums, entschieden sich landesweit viele weitere Schulen und schickten ihre Schüler eher nach Hause: "Die Jungen und Mädchen sollen so schnell wie möglich mit Bussen nach Hause gebracht werden, damit ihnen auf dem Nachhauseweg nichts passiert!", so Spillners Begründung.

Warten auf "Kyrill"

[10:10 Uhr]
NRW erwartet den schwersten Sturm seit mehr als vier Jahren mit Orkanböen von 120 Stundenkilometern und mehr: Orkantief "Kyrill" wird auf jeden Fall schlimmer als "Franz" letzte Woche und erinnert an Sturm "Jeanette", der im Herbst 2002 in NRW mehrere Tote und zahlreiche Verletzte gefordert hatte.



(Quelle: WDR- Online vom 19.01.2007)