Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


„Mir fehlt noch eine Damenhose“



VON KIRSTEN BOLDT


Die Kölner Berufsfeuerwehr hat ihre erste Feuerwehrfrau. Im Januar begrüßte die Mannschaft der Wache 8 in Ostheim die Oberbrandinspektorin Heike Krampe als künftige Zugführerin - keine Kölnerin, sondern Immi vom Land aus Warendorf. Ihren ersten „heißen“ Einsatz zum Löschen bewältigte die 29-Jährige vor zwei Tagen, als in Mülheim eine Wohnung ausbrannte. Mit Stolz präsentierte Stephan Neuhoff, Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr, die weibliche Verstärkung.

Seit Gründung der Berufsfeuerwehr vor 136 Jahren hatte es keine Frau in die Männerriege geschafft. Das lag nicht daran, dass da etwa die Machos unter sich sein wollten, sondern schlicht „an der Eignung“ für diesen harten Job, wie Neuhoff betont: „Unter den 107 Bewerbern war sie einfach die Beste.“

Sporttests meistens Endstation

Die Brandschützer wünschen sich durchaus Kolleginnen. Seit Jahren werden die Feuerwachen mit Sanitärräumen für beide Geschlechter ausgestattet. „Immer wieder bewerben sich Frauen. Sie scheitern aber meist an den körperlichen Voraussetzungen für die Sporttests“, so Neuhoff. „Gehen Sie mal mit einer 25-Kilo-Ausrüstung mehrere Stockwerke hoch in ein Hochhaus oder retten einen ebenso bepackten Kollegen, das ist eine solche Viecherei, da sind auch Kerle völlig erschöpft.“ Dass die junge Frau solche Kraftakte und andere bewältigen kann, davon überzeugt sie mit ihrer Statur à la Fußball-Frau Birgit Prinz. Die meisten Uniformteile passen ihr. „Mir fehlt nur noch eine Damenhose“, meint die Feuerwehrfrau. „Meine Freunde sagten, das passt zu dir, als ich ihnen meine Berufswahl mitteilte. Ich hatte Fußball und Volleyball gespielt.“ Jetzt hält sie sich fit mit Joggen, Schwimmen, Inline-Skaten. Den Ausschlag zu ihrer Wahl gaben letztendlich noch andere Fähigkeiten, wie Neuhoff berichtete: „Sie punktete mit ihrer Teamfähigkeit, ihren sozialen Kompetenzen. Die sind enorm wichtig.“ Ein Vorstoß in Männerdomänen war nicht neu für Heike Krampe.

Vorher Ingenieurin

Ein solcher war bereits ihr Bauingenieurstudium. Auch da sind Frauen eher selten zu finden. Auf die Idee, sich bei der Feuerwehr zu bewerben, habe sie eine Anzeige im Internet gebracht. Um zu sehen, ob der Brandschutz etwas für sie war, machte sie ein Praktikum bei der Freiwilligen Feuerwehr in Coesfeld - und wusste dann, was sie wollte. Die Feuerwehrfrau im gehobenen Dienst wird nach drei Monaten Einsatzdienst im vorbeugenden Brandschutz tätig werden.

Hat sie bemerkt, dass sich durch den weiblichen Zuwachs etwas geändert hat in der Männerwelt der Wache? „Ja, offenbar“, schmunzelt sie. „Ich habe gehört, dass der Ton freundlicher geworden ist und dass die Hemden wohl öfter gewechselt werden.“

(Quelle: KSTA vom 02.04.2008)