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Köln- Gift-Brand: Der Einsatz der Helfer



Von THOMAS RAUFFMANN und AXEL HILL


Neun Stunden dauerte der größte Brandeinsatz, der seit dem Zweiten Weltkrieg in Köln durchgeführt wurde. Und: Auch nachdem das Feuer auf dem Ineos-Gelände gelöscht war, ging der Einsatz weiter.

Dienstagnachmittag gegen 17.30 Uhr: Die Wehrleute ließen erneut einen Schaumteppich über dem 16 Meter hohen, beschädigten Tank abregnen. Damit sollte verhindert werden, dass sich Acrylnitril (siehe Infokasten) weiterhin durch Löcher im ersten Schaumteppich entweichen konnte. 15 Stunden zuvor, gegen 23.45 Uhr, war das Feuer auf dem Tank gelöscht worden.

Der erste Alarm erreichte die Leitstelle am Montag gegen 14.45 Uhr. Zwei Löschzüge rasten zum Ineos-Gelände, erkundeten mit der Werksfeuerwehr die Lage. Um 15.50 Uhr: Großalarm! Alle verfügbaren Kräfte zogen nach Worringen. Löschkanonen und Fahrzeuge kühlten die umliegenden Türme mit purem Wasser ab – Explosionsgefahr.

Teilweise wurden 55.000 Liter pro Minute verschossen. Messfahrzeuge nahmen Luftproben. Ein Hubschrauber überwachte die Szenen von oben, nahm ebenfalls Giftmessungen vor. Behandlungsplätze wurden aufgebaut – auch, um eventuell verletzte Wehrleute behandeln zu können.

Um 20 Uhr wurde bei der Bezirksregierung um überörtliche Hilfe gebeten. Folge: 600 Mann arbeiteten direkt am Brandort. 600 weitere Wehrleute unterstützten drumherum. Auch eine Hundertschaft der Polizei stand für Sperrmaßnahmen und Evakuierungen bereit. Das wurde zum Glück nicht notwendig. Lediglich drei Verletzte meldeten sich. Verletzte bei der Feuerwehr gab es nicht.

(Quelle: www.express.de vom 19.03.2008)