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Köln- Boden wird untersucht: Nach Gift-Brand Äcker verseucht?



Von AXEL HILL und THOMAS RAUFFMANN


Der Giftbrand von Worringen: Nach dem Chemie-Unglück bei der Firma Ineos werden jetzt Auswirkungen auf die umliegenden Böden und die Landwirtschaft untersucht. Experten befürchten, dass die Pflanzen auf den Äckern rund um das Werk verseucht sein könnten. In der betroffenen Region werden häuptsächlich Weizen, Zuckerrüben, Roggen und Gerste angebaut.

„Wir haben jetzt nach Rücksprache mit der Firma Ineos und den ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben Boden- und Pflanzenproben genommen“, so Dr. Wilhelm Nesselrath, Direktor der Kreisstelle Südliches Rheinland der Landwirtschaftskammer. „Überprüft wird in dem Bereich, über den die Wolke hinweggezogen ist.“

Die Wolke entstand, nachdem zwei riesige Tanks mit giftigem Acrylnitril (unter anderem der Grundstoff für Polyacryl) in Flammen aufgingen. Die Proben werden jetzt bei der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt in Münster genau untersucht. „Die Ergebnisse erwarten wir Ende nächster Woche“, so Nesselrath.

„Wenn bedenkliche Ergebnisse festgestellt werden, müssen die Pflanzen natürlich vernichtet werden.“ Im allerschlimmsten Fall wird eine Boden-Sanierung vorgenommen. „Das bedeutet, dass zunächst Gras angepflanzt wird, was nach dem Schnitt verbrannt wird. Wenn der Ackerboden dann immer noch verseucht ist, müssen weitere Untersuchungen gemacht werden. Im Zweifel muss der Boden ausgetauscht werden.“

Die mögliche Entschädigung der Bauern für den Ernteausfall oder eventuelle Kosten für die Bodensanierung müsste dann Ineos übernehmen. Auf jeden Fall wird die Firma die Rechnung für die Untersuchung übernehmen „Das haben sie mir zumindest am Telefon zugesichert.“

Im Zentrum zur Ermittlung der Unglücksursache steht die undichte Gas-Pipeline. Stunden vor dem Ausbruch des Feuers wurden hier nämlich Wartungsarbeiten durchgeführt. Zwei Arbeiter, schreibt die Kölnische Rundschau, wurden verhört, verweigerten jedoch bisher die Aussage. Die in Brand geratenen Tankkessel mit Acrylnitril konnten noch nicht eingehend untersucht werden: noch zu heiß.

(Quelle: www.express.de vom 20.03.2008)