Zeitungsberichte und aktuelle Meldungen rund um die Freiwillige Feuerwehr Köln


Modernste Leitstelle Deutschlands



VON TOBIAS MORCHNER


Noch sind nicht alle Computer angeschlossen, noch leuchten nur ein paar der rund 90 Flachbildschirme, und nur wenige der insgesamt 18 Arbeitsplätze sind besetzt. Doch das wird sich am 25. Februar grundlegend ändern. Denn am Sonntag nach Karneval nimmt die Berufsfeuerwehr ihre neue Leitstelle in Betrieb. Von da an laufen alle Notrufe, die über die Telefonnummer 112 getätigt werden, im ersten Stock des Neubaus an der Scheibenstraße auf. „Wir haben dann die modernste Leitstelle der Bundesrepublik“, sagt Projektleiter Volker Ruster. 1,5 Millionen Euro hat die Einrichtung der neuen Kölner Notrufzentrale gekostet. Diese Investition war dringend notwendig geworden, denn die alte Leitstelle, Einrichtung wie Technik, stammt aus dem Jahr 1978. „Da ist mal das eine oder andere erneuert und modernisiert worden. So wurde das Computerprogramm sicherlich ab und zu auf den neusten Stand gebracht. Aber der Rechner selber ist uralt“, so Feuerwehr-Chef Stephan Neuhoff. Mit fatalen Folgen: Die Einsätze mussten per Hand in Extralisten erfasst werden. Ruster: „Es gibt für unseren Einsatzleit-Rechner nicht mal mehr Ersatzteile. Allein deshalb freuen wir uns auf die neuen Räume.“ Ein Jahr haben die Planungen für die Leitstelle gedauert. Volker Ruster ist in dieser Zeit auch zu seinen Kollegen nach München, Frankfurt und London gereist, die bereits mit modernster Technik arbeiten. Vor allem aus England hat der Projektleiter wichtige Tipps mit nach Köln gebracht. „Die Londoner Feuerwehr hat ihr System nicht von heute auf morgen in Betrieb genommen, sondern lange Zeit getestet. So wurden Pannen bei der Umschaltung vermieden, und deshalb sind wir ähnlich vorgegangen.“ Bereits während des Weltjugendtages wurden einige Notrufe über das neue System abgewickelt. Auch an Silvester war die Leitstelle am Netz. Bis zur endgültigen Inbetriebnahme werden die Mitarbeiter intensiv auf dem neuen System geschult. Außerdem werden zwei große Übungen durchgespielt, darunter die Simulation eines schweren Chemie-Unfalls im Stadtgebiet. „Wir wollen sehen, wie die Systeme bei extrem hoher Belastung reagieren, um Fehler rechtzeitig zu beheben“, sagt Stephan Neuhoff. Am 25. Februar werden dann nach und nach der Funk, der Wachalarm, der Brandmeldealarm und die Notrufanlage von der alten Zentrale in die neue umgelegt. Die Umstellung des Notrufsystems stellt eine besondere Schwierigkeit dar. Volker Ruster: „Es darf beim Umschalten kein einziger Notruf verloren gehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden. Schließlich haben wir lange genug geübt.“

(Quelle: KSTA- Online vom 05.02.2007)