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Christoph 3 rettet mit Hightech



TOBIAS MORCHNER


Wolf Schattka kann sich noch gut an den 21. Dezember 1971 erinnern. Nur eineinhalb Stunden nach der feierlichen Übergabe des allerersten Rettungshubschraubers an die Stadtverwaltung Köln, das Rednerpult war noch nicht weggeräumt, die Gläser wurden gerade noch eingesammelt, ging bereits der Alarm los. Der heute 66-Jährige und sein Notarzt-Team wurden zu einem tödlichen Unfall auf der Autobahn bei Siegburg gerufen. „Mit etwas wackeligen Knien sind wir damals abgehoben. Schließlich war es das erste Mal, dass wir so dicht an eine Unfallstelle herankamen“, sagt der ehemalige Pilot des Bundesgrenzschutzes.

Knapp 36 Jahre später ist die feierliche Übergabe des neuesten Rettungshubschraubers an die Stadt am Freitagvormittag im Rheinpark für Bundespolizist Torsten Pfeil, einer von Schattkas Nachfolgern im Helikopter-Cockpit, wesentlich entspannter. Der erste Einsatz für die Luftretter lässt auch Stunden nach Ende der Veranstaltung, zu der unter anderem der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, gekommen waren, auf sich warten. Erst um 15.04 Uhr werden sie zum ersten Mal angefordert. Ein 56-jähriger Waldarbeiter hat sich in der Nähe von Wipperfürth lebensgefährlich verletzt und muss in die Uniklinik nach Köln gebracht werden.

Das neue Modell des „Christoph 3“, die Rettungshubschrauber werden traditionell nach dem heiligen Christophorus benannt, ist leistungsstärker und leiser als das Vorgängermodell aus dem Jahr 1971.

Digitales Kartensystem

Zwei Triebwerke mit einer Leistung von 570 PS lassen den EC 135 T2i der Firma Eurocopter mit einer maximalen Geschwindigkeit von 257 Stundenkilometern fliegen. Ausgestattet ist die Maschine mit einem digitalen Kartensystem, einem Kollisionswarnsystem und einem Laser-Radar, das dem Piloten sogar schlecht erkennbare Hindernisse wie Stromleitungen oder Seilbahndrähte anzeigen kann.

Der neue Hubschrauber wird ab sofort Einsätze zwischen Gelsenkirchen und Andernach und zwischen Geilenkirchen und Olpe fliegen. Zur Besatzung gehören ein Notarzt und ein Rettungsassistent, der von einer der vier Hilfsorganisationen oder der Berufsfeuerwehr gestellt wird. Geflogen wird der Luftretter grundsätzlich von einem Piloten der Bundespolizei. Der EC 135 T2i ist wie sein Vorgänger am Klinikum Merheim stationiert. Geht es aber nach den Vorstellungen von Bundespolizei und Feuerwehr, müssen „die Baumaßnahmen für den neuen Standort am Kalkberg zügig vorangetrieben werden“, so Gunter Carloff von der Bundespolizei in seiner Rede, da aufgrund neuer EU-Richtlinien die bisherige Betriebsstation in Merheim nur unter großem Kostenaufwand weiter genutzt werden kann.

(Quelle: KSTA vom 22.06.2007)