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Großeinsatz nach Leck im Gastank



Von TIM STINAUER


Mit 35 Einsatzkräften ist die Feuerwehr gestern Morgen zum Historischen Stadtarchiv in der Severinstraße ausgerückt. Der Hausmeister hatte um acht Uhr bei einem Kontrollgang im Keller bemerkt, dass an zwei Stellen Gas aus einem Vorratstank austrat. In dem 150 Kilo schweren Behältnis lagern 5000 Liter Kohlendioxid, die für einen Brandfall zum Löschen vorgehalten werden - Wasser würde die wertvollen Archivstücke zerstören. Obwohl der Hausmeister die Anlage auf Notbetrieb umschaltete, trat das gesundheitsschädliche Gas weiterhin aus.

Die Feuerwehrmänner stellten zwei Lecks an einer Zuleitung zu einem Absperrrad des Tanks fest sowie an dem Rad selbst. Derweil wurde das Gebäude evakuiert, 30 Mitarbeiter des Archivs und mehrere Handwerker flüchteten auf die Straße. Weil die defekten Stellen am Tank bereits stark vereist waren und nicht mehr abgedichtet werden konnten, leitete die Feuerwehr das Kohlendioxid über ein Ventil auf dem Dach des Gebäudes ab. „Eine Gefahr für die Anwohner oder die Umwelt bestand nicht, weil sich das Gas an der frischen Luft sofort verflüchtigt“, sagte Stadtsprecher Jürgen Müllenberg. Erst gegen 18 Uhr war der Tank vollständig entleert.

Heute sollen Techniker die undichten Stellen untersuchen und die Ursache klären. Bereits am Dienstag hatte der Hausmeister im Keller eine undichte Wasserleitung bemerkt und den Hahn abgestellt. KVB-Sprecherin Gudrun Meyer sah gestern keinen Zusammenhang zwischen den Schadensfällen und den Bauarbeiten zur neuen Stadtbahn-Linie: „Wir sind zwar seit kurzem in diesem Bereich tätig, aber die Tunnelbohrer führen in 28 Metern Tiefe etwa sieben Meter neben dem Gebäude vorbei.“ Dennoch habe man sicherheitshalber vor Beginn der Arbeiten die Zuleitungen zum Tank im Keller des Archivs leer gepumpt und den Tank selbst abgesperrt. Ob dabei womöglich die Lecks entstanden sind, muss nun geprüft werden.

Während des Einsatzes der Feuerwehr war die Severinstraße zwischen acht und zehn Uhr für Autos gesperrt. Die Archivmitarbeiter durften vorzeitig nach Hause gehen. Heute kann das Gebäude voraussichtlich wieder betreten werden.

(Quelle: KSTA- Online vom 01.02.2007)